Verkehr

Lagos ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Nigerias, doch der Verkehr steht meistens still. Im Durchschnitt brauchen die Menschen wegen der „Go-Slows“ genannten Staus 60 Minuten, um eine einfache Strecke zu ihrer Arbeitsstelle zurückzulegen. Schuld daran sind unter anderem die schlechten Zustände der Straßen. Obwohl Lagos eines der größten Straßennetze Westafrikas besitzt, stammen die meisten Straßen noch aus den 1970er Jahren und sind auf eine viel kleinere Bevölkerung ausgelegt. Niemand rechnete damals mit der ungeheuren Expansion, die den Ballungsraum seither hat anschwellen lassen.

 

Hinzu kommt, dass Benzinsubventionen das Autofahren für Millionen von Menschen erschwinglich macht. Das schnelle Wachstum des Hafens von Lagos, über den 75 Prozent der Importe des Landes laufen, hat zu einem Anwachsen des LKW-Verkehrs geführt. Die Fahrer nutzen die Schnellstraßen rund um den Hafen häufig als Parkplätze, während sie darauf warten leere Container zurückzugeben oder Fracht zu laden.

 

Aufgrund der Bedeutung seiner Häfen ist Lagos auch der Endpunkt von wichtigen transafrikanischen Straßen: Die Dakar-Lagos-Autobahn, auch westafrikanische Küstenstraße genannt, führt von Lagos bis nach Nouakchott in Mauretanien. Die Transsahara-Autobahn verbindet die Stadt mit Algier am Mittelmeer und der Lagos-Mombasa-Highway dient als Verbindung zwischen West- und Ostafrika.

 

Um die Transportprobleme zu verringern, hat die Regierung des Bundesstaats Lagos zusammen mit privaten Investoren in den vergangenen Jahren ein öffentliches Schnellbus- und Bahnsystem aufgebaut. Rund 50 Prozent der Bewohner/-innen Lagos benutzen momentan ihr eigenes Auto oder Taxis, um zur Arbeit zu gelangen, 45 Prozent fahren mit dem Bus.