Religion

Eine BBC-Studie aus dem Jahr 2004 ergab, dass Nigeria der frömmste Staat der Welt ist. 100 Prozent der Einwohner/-innen glauben der Befragung zufolge an Gott. 94 Prozent gaben an, dass ihr Gott der einzig wahre sei und 95 Prozent, dass sie für ihren Gott sterben würden.

 

Circa 50 Prozent aller Einwohner/-innen Nigerias sind muslimischen Glaubens. Sie leben vor allem im Norden des Landes. Die Zentralmoschee in der Hauptstadt Abuja wurde in den 1980er Jahren gebaut. Im Süden leben vorwiegend Christ/-innen sowie Anhänger/-innen animistischer Religionen. Christ/-innen machen einen Anteil von etwa 40 Prozent an der Gesamtbevölkerung aus, die Mehrheit davon gehört der römisch-katholischen Kirche sowie der anglikanischen Church of Nigeria an.

 

Als Anhänger/-innen animistischer Religionen bezeichnen sich ungefähr zehn Prozent aller Nigerianer/-innen. Animistische Religionen sind in der Praxis allerdings nur schwer von der Ausübung christlicher und muslimischer Religion abzugrenzen, da sie oft gemischt oder parallel praktiziert werden. In einigen nigerianischen Bundesstaaten gilt für Muslime das Recht der Scharia.

 

In Nigeria kommt es zwischen verschiedenen Religionsgruppen oft zu Konflikten, die jedoch eng mit dem Streit um die Ressourcenverteilung und der politisch-ökonomischen Konkurrenz ethnischer Gruppen zusammen hängen. Die Auseinandersetzungen sind teils gewaltsam und fordern immer wieder Todesopfer.