Addis Abeba – Wohnungsbau

Thema: Wohnungsbau

 

Addis Abeba ist das wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Zentrum des Landes. Breite Boulevards durchziehen das Stadtbild, das durch moderne, mehrstöckige Gebäude neben traditionellen Häusern, offenen Plätzen und Waldarealen mit Eukalyptusbäumen geprägt ist. Addis Abeba ist eine boomende Stadt. Dies sieht man nicht nur an der wachsenden Zahl der Einwohner/-innen, sondern auch an den massiven Baumaßnahmen, die seit Anfang des neuen Jahrtausends das Stadtbild ungemein prägen. Wenn die Prognosen der Vereinten Nationen zutreffen, so wird es innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Verdopplung der Einwohner/-innenzahl in Addis Abeba geben. Abseits des Geschäftsviertels zeigt sich allerdings auch Armut. Bis heute haben 80 Prozent der Bevölkerung von Addis Abeba keinen direkten Zugang zu Wasser und Strom.

Staatlich initiierte Wohnplanprogramme beabsichtigen den Bau von 200 000 Wohneinheiten in den nächsten fünf Jahren. Schätzungen ergeben, dass 500 000 Wohneinheiten gebraucht werden, um den dringlichsten Bedarf zu decken. In den letzten elf Jahren betreute die GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) den Bau von zwölf Universitäten, 550 Hospitalen und etwa 15 000 Wohnungen für sozial benachteiligte Bewohner/-innen in Äthiopien. Die Bedingungen waren nicht ideal: administrative Schwierigkeiten, der politische Druck einer Entwicklungszusammenarbeit an sich, Mangel an Fachkräften und Material, widrige Standort- und Verkehrsbedingungen sind permanente Probleme, die solch ein Projekt begleiten. Dadurch konnten leider bisher nur in der westlichen Welt bewährte Stadtkonzepte realisiert werden. Entscheidende Änderungen müssen eintreten, um der Realität in Äthiopien gerecht zu werden: flexiblere Bauweise, lokale Materialien, einfache Technik vor Ort, bewährte Infrastruktursysteme und lokale urbane Konzepte.

Auch die Migration junger Äthiopier/-innen prägt das Stadtbild. Viele gehen in die Golfstaaten, um dort zu arbeiten und überweisen Geld an ihre Familie und Verwandten, die damit neue Häuser bauen und sich mehr leisten können als früher.