Über die Ausstellung

 

Wenn es um Afrika geht, sieht man meist dieselben Bilder: Armut, Aids und Bürgerkriege auf der einen Seite und Lehmhütten, Steppen und wilde Tiere auf der anderen. Die Fotoausstellung Sichtwechsel zeigt den Kontinent Afrika von einer Seite, die viele Menschen in Deutschland nicht kennen: das pulsierende Leben in den Metropolen Addis Abeba (Äthiopien), Kigali (Ruanda) und Lagos (Nigeria).

Die Ausstellung soll Stereotype und Vorurteile hinterfragen, die durch einseitige Berichterstattung und Werbung hervorgerufen werden. Damit laden wir zu einem “Sichtwechsel” ein, um den vielfältigen Kontinent Afrika differenzierter zu betrachten.

Das Besondere an der Ausstellung ist, dass die Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner mit ihren eigenen Bildern vom urbanen Leben erzählen. Sie sind es, die ihre Städte kennen, wahrnehmen, tagtäglich erleben und prägen. Deshalb wollen wir versuchen, die Städte durch die Augen der Menschen sehen, die in ihnen wohnen. Was macht für sie ihre Stadt aus, wie beeinflusst die Stadt ihr Leben, wo verbringen sie ihre Freizeit? Um das herauszufinden, haben wir eine Ausschreibung in den Städten gestartet und 281 Einsendungen erhalten.

Mit diesen haben wir eine Ausstellung konzipiert, die im September 2014 in den Breidenbach-Studios in Heidelberg zu sehen war. Damit noch mehr Menschen die Möglichkeit zum „Sichtwechsel“ haben, verliehen wir die Ausstellung von 2015 bis 2018 in verschiedene deutsche Städte.

Wir freuen uns sehr, dass die Ausstellung so ein reges Interesse findet. Wir würden sie gerne weiter verleihen, aber durch die bisherigen Ausstellungen und den Versand sind die Bilder leider in einem schlechten Zustand. Da unser Team mittlerweile über die Welt verstreut lebt, war das für uns der richtige Zeitpunkt, den Verleih der Ausstellung zu beenden. Stattdessen zeigen wir die Bilder nun auf dieser Website.

Horst Köhler, deutscher Bundespräsident von 2004 bis 2010, über "Sichtwechsel": Jedes Nachdenken über Afrika fängt bei den Bildern im Kopf an. Bei Afrika denken viele vor allem an solche Wörter wie Krisen, Konflikte, Kriege, Katastrophen, Krankheiten, Korruption… Die Journalistin Veye Tatah beklagt: "Das unspektakuläre, alltägliche Leben der Afrikaner findet in den Berichten selten Platz, die aktiven Protagonisten sind immer der 'hilfreiche' Westen, und die passiven Hilfsempfänger sind meistens die Afrikaner." In Spielfilmen wiederum, wo oft das Klischee der weiten Steppen und schönen Sonnenuntergänge auf dem Lande bedient wird, dient Afrika oft nur als Kulisse für weißen Herzschmerz. Und das pulsierende, kreative Stadtleben in Afrika kommt in den medialen Darstellungen nur selten vor. Dabei gibt es in Afrika mehr Millionenstädte als in Europa! Die Ausstellung "Sichtwechsel" will uns einen neuen, frischen Blick auf Afrika ermöglichen. Sie kann beitragen, die Bilder in unserem Kopf langsam zu verändern. Die Bilder, die die Ausstellung zeigt, sind nicht die unsrigen: Sie sind von den Menschen gemacht worden, die in den beteiligten afrikanischen Städten leben. Sie lassen uns an ihrer Perspektive auf ihre Heimat teilhaben. Das Ergebnis ist bewegend und oft auch überraschend. Hoffentlich macht es auch Neugier darauf, diesen Kontinent der unermesslichen Vielfalt neu zu entdecken, jenseits der Klischees. Ich wünsche mir, dass diese Ausstellung vielen Besucherinnen und Besucher einen "Sichtwechsel" ermöglichen wird.

Das Ausstellungsprojekt Sichtwechsel wurde von einer Gruppe junger Menschen organisiert, die sich über das Freiwilligennetzwerk WinD kennengelernt haben. Die meisten von uns haben am "weltwärts"-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung teilgenommen und ein Jahr lang in einem Land in Sub-Sahara-Afrika gelebt und gearbeitet.

 

Bei unserer Rückkehr sind wir erschrocken, wie einseitig und klischeebehaftet die Berichterstattung und Werbung in Deutschland sogenannte Entwicklungsländer darstellt. Deshalb wollten wir die Erfahrungen, die wir vor Ort gemacht haben, weitergeben und die enorme Vielfalt des afrikanischen Kontinents betonen.

Wenn Sie Fotos für Bildungszwecke benutzen möchten, schreiben Sie uns!

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Ausgezeichnet 2016
Ausgezeichnet 2016